In der Grazer Woche erschien folgendes Interview mit Claudia Bluebell:
(
http://www.grazerwoche.at/gw/magazine/32073/index.do - 118k)
" "Es ist schön, die Leute glücklich zu machen"
Sie ist der Topstar auf der Erotikmesse im Schwarzl-Freizeitzentrum: Claudia Bluebell, Erotiktänzerin und Pornodarstellerin. Der WOCHE gab die Ungarin ein interessantes Interview.
WOCHE: Welche Berufsbezeichnung verwenden Sie lieber: Pornostar oder Erotikstar? Bluebell: Ich finde "Erotikstar" ist ein schöneres Wort. Ich habe aber kein Problem damit, wenn ich als Pornostar tituliert werde. Schließlich beschreibt es ja nur das, was ich auch wirklich mache.
Sie stehen in ihren Filmen nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter?
Ja, ich bin nicht nur Darstellerin, sondern manchmal auch Regisseurin. Ich möchte in meinen Filmen auf Qualität setzen, daher spielt auch Kleidung, Umgebung und Handlung eine wichtige Rolle.
Wie reagieren die Leute, wenn Sie ihnen Ihren Beruf sagen?
Am Anfang schauen sie schon etwas komisch, damit habe ich mich abgefunden. Aber ich habe das Glück, dass ich sehr selten Leute treffe, die das nicht verstehen können. Wenn ich auf Messen darauf angesprochen werde, ist es eigentlich genau das Gegenteil, irgendwie finden die Leute es manchmal sogar bewundernswert
Ist die Gesellschaft noch nicht aufgeschlossen genug für dieses Thema?
Es ist besser geworden. Früher wurden wir viel schiefer angeschaut als jetzt. Die Leute waren schüchterner, hatten oft sogar Angst. Dabei ist es die natürlichste Sache der Welt, Sex zu haben! Die Gesellschaft wird immer offener für dieses heikle Thema, das muss ich aber schon betonen.
Was ist das Schöne an Ihrem Beruf?
Dass ich die Leute, die sich meine Shows anschauen - und jetzt meine ich natürlich vor allem die Männer - glücklich machen kann. Es ist doch irgendwie schön, wenn man in zufriedene Gesichter blicken kann.
Wie sieht es mit Beziehungen und Partnerschaften aus: Ist so etwas in dieser Branche überhaupt möglich?
Man hat als Erotikstar fast kein Privatleben, das muss man auf sich nehmen. Und es ist natürlich nicht einfach, den richtigen Partner zu finden, weil dieser sehr verständnisvoll sein muss. Welcher Mann sieht seine Freundin oder seine Frau auch schon gerne mit anderen Männern! Ich kann aber von einem großen Glück reden, mein Freund bringt das Verständnis auf, wir arbeiten sogar zusammen. Er ist sehr oft der Kameramann für meine Filme.
Wie lange sind Sie mit ihm schon liiert?
Über sieben Jahre. Sie sehen, es kann auch in dieser Branche funktionieren.
Sie drehen aber nicht nur Filme, sondern hauptsächlich treten Sie auf öffentlichen Messen auf. Wie lange brauchen Sie dabei für die Vorbereitungen auf Ihre Shows?
Dafür muss man sehr schnell sein. Ich habe aber fast immer das gleiche Programm, daher wird es mitunter schon zur Routine. Wenn man jedoch ein neues Programm einstudiert, dauert das natürlich schon länger. Ich lege zum Beispiel sehr viel wert auf die richtige Kleiderauswahl, auch die Musik schneide ich mir selbst zusammen.
Macht es eigentlich immer Spaß, vor Männern zu tanzen?
Hätte ich keinen Spaß daran, würde ich es nicht mehr machen ... Nein, im Ernst: Natürlich ist man nicht immer gleich gut gelaunt, aber das ist dann eben Professionalität. Wenn ich einmal mies drauf bin, dann konzentriere ich mich bloß auf die funkelnden Männeraugen im Publikum und schon geht es mir besser!
Was muss man mitbringen, um ein Erotikstar werden zu können?
Naja, Aussehen und Figur sollten schon dementsprechend sein, das ist klar. Aber vor allem muss man exhibitionistisch veranlagt sein und Spaß haben, sich vor anderen Leuten auszuziehen.
Wann hatten Sie Ihren ersten Auftritt?
Das war vor ca. fünf Jahren.
Und wie lange wollen Sie noch in diesem Geschäft bleiben?
Solange es mir Spaß macht! Aber natürlich nagt auch der Zahn der Zeit einmal an mir - irgendwann bin ich älter ...
Autor Heri Hahn "