#1

Stadt entfernt alle Erotik-Plakate

in Presseschau 12.05.2007 10:08
von Jens
Admin | 2.388 Beiträge
Quelle: http://www.main-spitze.de/region/objekt....ikel_id=2818930

Zitat von main-spitze
Stadt entfernt alle Erotik-Plakate

Statt Werbung für Messe nun Strafe wegen Ordnungswidrigkeit

Vom 10.05.2007

rs. Die Stadtverwaltung hat Werbeplakate für eine Erotikmesse in Frankfurt entfernt und droht dem Veranstalter in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren nun eine Strafe an. Das Aufstellen der bunten Plakate mit den freizügig bis gar nicht bekleideten Frauen darauf sei weder beantragt noch genehmigt gewesen, betonte Rathaus-Sprecherin Silke Fey. Es hätte in diesem Fall auch keine Bewilligung geben können, weil es sich um eine auswärtige Veranstaltung handelt, erklärte sie.

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Jens

zuletzt bearbeitet 12.05.2007 10:08 | nach oben springen

#2

RE: Stadt entfernt alle Erotik-Plakate

in Presseschau 12.05.2007 10:11
von Jens
Admin | 2.388 Beiträge

Quelle: http://www.main-rheiner.de/region/objekt...ikel_id=2823235

Zitat von main-rheiner
Ein Gedanke am Wochenende Gib uns das Schamgefühl zurück

Vom 12.05.2007

Von

Nikolaus Geberth

Vorgestern las ich im Wiesbadener Tagblatt einen Artikel darüber, wie die Stadtverwaltung Rüsselsheim Werbeplakate für eine Erotikmesse kostenpflichtig abhängen ließ. Die Plakatierung war nicht genehmigt, deswegen droht eine Strafe. Es hatten sich mehrere Bürger wegen der sexistischen Darstellungen beschwert. Hut ab vor der Stadt Rüsselsheim und den Bürgern mit Verantwortungsgefühl in dieser Hinsicht.

Die Werbung wird immer unverschämter und schamloser. Es gibt eine Flut von Konsumgütern, die mit aufreizenden, leicht oder gar nicht bekleideten Frauen beworben werden. Die Reize des weiblichen Geschlechts werden dadurch zum Objekt der allgemeinen Begierde und zum verkaufsfördernden Faktor degradiert.

Im Internet, im Fernsehen und in Zeitschriften werden immer offener verführerische, pornografische und sexistische Darstellungen veröffentlicht. Für die allseits bekannte Zeitung mit den großen Bildern ist die tägliche nackte Frau ein Muss, aber auch andere Zeitungen bringen immer wieder erotische Bilder auf die Titelseiten, um eine Steigerung der Auflage zu erzielen.

Wer einen Badeurlaub macht oder einfach nur einen Baggersee aufsucht, sieht sich konfrontiert mit der Selbstverständlichkeit, dass sich Badegäste in ihrer Nacktheit präsentieren, wie es früher nur an ausgewiesenen FKK-Stränden üblich war. Durch das Schönheitsideal der nahtlosen Bräune im Rahmen des allgemeinen Körperkultes wird bei der Badekleidung am Stoff gespart, wo es nur geht. Diese Überreizung treibt die Männerwelt an die Grenzen des Wahnsinns. Manche Frauen sind sich vielleicht nicht darüber im Klaren, was sie da anrichten. Meist wird die Außenwirkung billigend in Kauf genommen - oder sie legen es ganz bewusst darauf an.

Die in den Reiseführern angemahnte Zurückhaltung und der Respekt vor den Sitten des Landes, wenn es um die Bademode geht, ist schnell vergessen, und die Nacktheit wird gepflegt, als wäre dies selbstverständlich.

Das Gebot "Du sollst nicht begehren..." (2. Mose 20,17) wird dadurch immer schwerer einzuhalten. Unsere ganze Gesellschaft ist übersexualisiert und angepeitscht von immer neuen sexuellen Reizen. Die Erwachsenen könnten hier Vorbilder für junge Menschen sein und am Strand die Klamotten am Leib lassen. Sexualität braucht Schutz. Das fängt bei der Kleidung und der Darstellung von Erotik und Sexualität in den Medien an.

Jesus sprach schon von Ehebruch, wenn ein Mann eine andere Frau begehrlich ansieht, also gedanklich mit ihr die Ehe bricht (Matthäus 5, 27-30). Adam und Eva erkannten nach dem Sündenfall, dass sie nackt waren. Sie entwickelten ein Schamgefühl und machten sich aus Feigenblätter einen Schurz. Da sich diese Kleidung offensichtlich nicht so bewährte, gab Gott ihnen Felle zum Anziehen (1. Mose 3, 7+21).

Das Vorurteil, dass die Bibel und das Christentum etwas mit Prüderie zu tun hätten, ist nicht berechtigt. Die biblische Position ist lediglich, dass die erotischen Freuden mit dem nötigen Respekt voreinander in den geschützten Rahmen einer Ehe zwischen Mann und Frau gehören. Es ist einfach nicht gesund, wenn Mann und Frau ihre sexuellen Reize auf den Marktplatz der Eitelkeiten tragen und dort verramschen. Verständlicherweise können gläubige Juden oder Moslems den aus ihrer Sicht "christlichen Westen" in diesem Punkt nur verachten.

Macht die Liberalisierung der Sexualität und der Zugang zu pornografischem Material die Menschen glücklicher und sexuell freier? Ich denke nicht. In meiner psychotherapeutischen Praxis sehe ich Menschen, die sich als sexsüchtig bezeichnen und Hilfe suchen. Meiner Meinung nach hat die fortschreitende Ausbreitung von Pornografie negative Auswirkungen auf die Beziehungsfähigkeit und die gesamte psychische Entwicklung eines Menschen.

Im Radiosender HR1 gibt es den Slogan "Gib mir das Gefühl zurück". Mit den Oldies von damals werden die mit den Melodien abgespeicherten Gefühle wieder erinnert und aktualisiert.

Ich sehe es als ein wichtiges Ziel an, dass wir nicht nur die Gefühle der "guten alten Zeit" - die gar nicht immer so gut war - wieder hervorrufen, sondern uns auch um die Pflege dessen bemühen, was als Schamgefühl bezeichnet wird.

Wie wäre es, wenn die Tankstellen-Shops, Videotheken, Fernsehprogramme, Internetseiten, Zeitschriften usw. frei wären von Pornografie und erotischen Anspielungen? Ich würde es begrüßen. Mein Anliegen ist: Gib uns das Schamgefühl zurück.


Jens

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