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Gesundheit, Sicherheit und Standards
in Forum und Website 04.10.2008 17:11von paleander •

Elite Member | 195 Beiträge
vor einiger Zeit hatte Vanessa Eden im Forum das Posting von Gangbangs in Frage gestellt. Ich habe mich damals für diese Events ausgesprochen, ohne allerdings die entsprechenden Beiträge genauer gelesen zu haben. Das habe ich jetzt nachgeholt. Ich bin auch weiterhin dafür, diese Events im Forum zu behalten, möchte aber zur Diskussion stellen, ob das Posting von Kondom-freien Events zukünftig an bestimmte Sicherheitsstandards gebunden sein sollte.
Um meinen Standpunkt überzeugend darzustellen, wird das hier leider ein längerer Beitrag. Ich will zunächst vorausschicken, dass ich kein Problem damit habe, wenn zwei (oder auch mehr) Erwachsene aus freiem Willen bestimmte Risiken akzeptieren. In meiner Freizeit suche ich häufig Herausforderungen – just for fun. Aber ich bemühe mich um bestmögliche Vorbereitung und umfassende Informationen, um die Chancen zu erhöhen, das Ereignis ohne Schaden zu überstehen.
Ein guter Ausgangspunktpunkt für die Diskussion von ungeschützten Strategien sind sicherlich die Standards unter denen die Darsteller in Erotikproduktionen arbeiten. Da viele Konsumenten von Pornofilmen keine Kondome sehen wollen, sind die Darsteller in der Regel gezwungen, ohne Gummi zu arbeiten. Im Jahr 1998 hatten sich vier Darsteller im San Fernando Valley (Porn Valley) in Kalifornien an HIV infiziert. Unter Leitung von Sharon Mitchell, einer ehemaligen Erotik-Darstellerin, wurde daraufhin die AIM (Adult Industry Medical, http://www.aim-med.org) gegründet, Diese Klinik überwacht seitdem ungefähr 1500 aktive Mitglieder von etwa 200 amerikanischen Produktionsfirmen in den USA durch monatliche Tests auf STDs (Sexually Transmitted Diseases, sexuell übertragbare Erkrankungen). Um ausschließen zu können, dass Akteure ihre Testergebnisse mit Photoshop nachbessern, werden die Ergebnisse auf Anforderung der Darsteller mit Kennwörtern ins Netz gestellt oder sind telefonisch abrufbar. Dadurch können sich alle Produzenten und Partner am Set davon überzeugen, dass bei den Labortests nichts gefunden wurde. Seit Einführung dieses Systems hat es meines Wissens nur einen größeren Zwischenfall gegeben. Der Darsteller James Darren wurde 2004 positiv auf HIV getestet, eine Infektion, die er sich vermutlich bei einem Dreh in Brasilien zugezogen hatte. Da Darren mittlerweile an Produktionen mit 14 Darstellerinnen beteiligt war, die ihrerseits weitere 51 Kollegen hätten anstecken können, wurden sämtliche amerikanischen Produktionen sofort gestoppt. Drei der Darstellerinnen waren leider von Darren infiziert worden. Nach zwei Monaten haben die Labels ihre Arbeit dann ohne weitere Zwischenfälle wieder aufgenommen. Dieser Fall belegt, dass das System gut funktioniert und für alle Beteiligten eine hohe Sicherheit schafft.
Auf welche Erkrankungen wird von der AIM in Amerika getestet? Unter http://aim.graphicsandtext.com/library/articles/1194568589/ kann man eine aktuelle Liste der Tests finden:
1. HIV PCR/DNA
2. HIV ELISA
3. Chlamydia
4. Gonorrhoe
5. Hepatitis A, B und C
6. Herpes I und II
7. Harnwegsinfektionen
8. Syphilis
Bei den Laboruntersuchungen fällt zunächst auf, dass auf HIV gleich doppelt getestet wird. Und das aus gutem Grund. Der eine Test (HIV-ELISA) nutzt die Abwehrreaktion eines Infizierten auf das HIV-Virus, bei der sich sogenannte „Antikörper“ bilden. Das passiert häufig erst sechs Wochen nach der Infektion, in seltenen Fällen sogar erst nach sechs Monaten. Diese Lücke, die im Prinzip jeder Labortest hat, nennt man auch diagnostisches Fenster. Für den HIV-ELISA ist das Fenster aber ungewöhnlich groß. Obwohl man also für seine Partner hochinfektiös ist, kann man noch Monate nach der Infektion als gesund eingestuft werden. Der andere Test (PCR/DNA) kann das Virus bereits etwa zwei Wochen nach der Infektion nachweisen. Manche HIV-Subtypen werden aber nicht erfasst. Der PCR/DNA-Test versagt auch dann, wenn ein Infizierter bereits in Behandlung ist, während der HIV-ELISA in so einem Fall anschlägt. Dieser Doppeltest macht also durchaus Sinn, um die Risiken für alle Beteiligten möglichst gering zu halten.
Wie hoch sind jetzt die Risiken für eine HIV-Infektion? Das Risiko (pro Ereignis) beim Verkehr mit einer infizierten Person ist zunächst niedriger als weithin angenommen. Unter http://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/rr5402a1.htm#tab1 lässt sich eine Erhebung des amerikanischen Gesundheitsministeriums von 2005 finden. Wie man schnell sieht, liegt das Übertragungsrisiko bei ungeschütztem vaginalem Verkehr mit einer infizierten Person für die Ladies bei 0,1% und für die Männer bei 0,05%. Diese erstaunlich niedrigen Zahlen muss man aber mit großer Vorsicht betrachten, denn hier werden nur Durchschnittswerte angegeben. Ein erst kürzlich Infizierter trägt eine besonders hohe Viruslast und ist daher besonders infektiös. Unglücklicherweise sind die „frisch“-Infizierten auch diejenigen, die beim AIDS-Doppeltest durch den Rost fallen und als gesund eingestuft werden. Daran kann man leider (bisher) nichts ändern. Das erklärt auch, warum der infizierte James Darren von 14 Partnerinnen gleich drei Partnerinnen mit AIDS anstecken konnte.
Ein weiterer Grund für eine wesentlich erhöhte Übertragungsrate (mehr als zehnfach) ist eine bereits bestehende Infektion mit einem anderen Erreger von sexuell übertragbaren Krankheiten. Dann sind die Schleimhäute entzündet und das HIV-Virus wird erheblich besser übertragen oder aufgenommen. Daher ist die AIM sehr frühzeitig dazu übergangen, die Laboruntersuchungen auch auf andere sexuell übertragbare Erkrankungen auszudehnen. Im Forum habe ich in diesem Zusammenhang einige Einladungen zum Gangbang gesehen, bei denen für das Mitspielen ohne Kondom nur ein HIV-Test verlangt wurde. Das reicht nicht. Ich mache mal ein absurdes Gedankenspiel: Als Veranstalter eines Gangbangs ohne Kondom verlange ich keinen Test auf HIV, aber alle anderen Labortests der AIM-Liste. Dann könnte ich behaupten, dass die Teilnehmer statistisch besser vor AIDS geschützt wären, als bei den bereits erwähnten Einladungen. Aber natürlich sollte man als Veranstalter den Sack zumachen und auch den HIV-Doppeltest verlangen.
Die erhöhte Übertragungsrate bei bereits bestehender Infektion erklärt auch, warum auf der AIM-Liste ein Test auf Harnwegsinfektionen zu finden ist, denn das sind nicht wirklich sexuell übertragbare Krankheiten. Einen ähnlichen Effekt haben übrigens auch Spermizide. Das sind in der Mehrzahl Tenside, also eigentlich Waschmittel, die allerdings so aggressiv sind, dass sich die Zellwände von Samenzellen auflösen. Man hat lange Zeit gehofft, dass man damit auch Viren und Bakterien angreifen könnte. Das hat sich leider nicht bestätigt. Stattdessen werden die vaginalen (und analen) Schleimhäute angegriffen und für Erreger in beiden Richtungen freigemacht. Deshalb sollte man bei Gangbangs auch keine Spermizid-beschichteten Kondome verwenden.
Die AIM-Liste deckt (aus Kostengründen) nur einen Teil der sexuell übertragbaren Erkrankungen ab, aber immerhin die häufigsten. Einige Erreger (Chlamydiose, Gonorrhoe und Syphilis) sind dem häuslichen Segen abträglich, lassen sich aber wirkungsvoll mit Medikamenten bekämpfen. Das gilt leider nicht für Hepatitis und Herpes. Eine besondere große Bedrohung geht dabei vom Hepatitis B-Virus aus. An Hepatitis B sterben jährlich mehr Menschen als an den anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen zusammengenommen. Das hat zwei Gründe – erstens gibt es sehr viele Menschen, von denen eine Infektionsgefahr ausgeht (etwa 500.000 in Deutschland) und zweitens wird das Virus wesentlich besser übertragen, als z.B. das HIV-Virus. Die Hepatitis steht nicht so im Blickpunkt der Öffentlichkeit, da „nur“ 1% der Infizierten an den Folgen der Erkrankung sterben. Seit Anfang der 80er Jahre ist aber ein gut verträglicher Impfstoff gegen Hepatitis A und B verfügbar. Wer an Gangbangs teilnehmen möchte (auch mit Kondom), sollte sich vorher impfen lassen. Die Impfung kostet etwa 200 €. Wenn man beim Arztbesuch sagt, dass man Kontakt zu einer infizierten Person hat (neue Freundin oder so) wird man als „Kontaktperson“ eingestuft. Dann kommt in der Regel die Kasse dafür auf. Wer die Kosten selber tragen möchte, kann natürlich auch sagen, dass eine Reise in ein Land mit hohem Infektionsrisiko geplant sei.
Mir ist in diesem Zusammenhang eine Einladung zum Gangbang im Forum aufgefallen. Bei der Einladung zum Mitspielen ohne Kondom wurden mehrere Labortests verlangt, aber kein Test auf Hepatitis B. Die beteiligte Lady wird wohl eine Hepatitis B-Impfung erhalten haben und dann davon ausgegangen sein, dass damit auch keine Risiken bestehen. Das ist leider nicht richtig. Jede(r) zehnte geimpfte Erwachsene entwickelt keinen ausreichenden Immunschutz (Non-Responder). Für die möglicherweise ungeimpften Herren bestand eine noch größere Gefahr. Da sich das Hepatis B-Virus auch im Ejakulat von Infizierten befindet, kann die Erkrankung von Mann zu Mann auch auf heterosexuellem Weg übertragen werden – wenn, wie ja beim Gangbang naheliegend, zwei Penetrationen zeitlich eng beieinander liegen.
Ich habe mich gewundert, warum auf der AIM-Liste ein Test auf das Humane Papilloma-Virus (HPV) fehlt, denn dieses Virus verursacht Gebärmutterhalskrebs. Das liegt daran, dass alle Darsteller amerikanischer Produktionen bei der ersten AIM-Untersuchung gegen HPV geimpft werden (auch die Männer). Man sollte daher die AIM-Liste, sofern nicht beide Partner geimpft sind, um den HPV-Test erweitern.
Wie ich gelesen habe, sind in Europa ähnlich hohe Standards wie in den USA bisher nur in Ungarn umgesetzt worden. Wie ich weiterhin gelesen habe, macht sich Robert Rosenberg in Tschechien dafür stark, dass dort ebenfalls ein Sicherheitssystem eingeführt wird. Ich habe bisher keinen Einblick in die Sicherheitsstandards der deutschen Erotikproduktionen und habe im Netz auch nichts Konkretes darüber gefunden. Aber wenn die im Forum geposteten Einladungen zu Gangbangs ein Spiegel dieser Standards sind, dann sind die Sicherheitsnormen hierzulande sehr mangelhaft. Das ist schwer zu verstehen, da bei Erotikproduktionen hohe Umsätze und Gewinne erzielt werden. Ich habe das mal für die USA aus den Zahlen relativ sicherer Quellen abgeschätzt (http://sxcheck.com/ und http://medicine.plosjournals.org/perlser...ed.0040126&ct=1). Die monatliche Untersuchung einer Person bei der AIM kostet (konservativ geschätzt) 500 $, also 6000 $ pro Jahr. Bei 1500 Darstellern macht das 9 Millionen $. Bei einem Jahresumsatz von mindestens 9 Milliarden Dollar pro Jahr haben amerikanische Produktionen also nur 0,1% ihres Umsatzes für die Gesundheit ihrer Darsteller aufgewendet und dabei ein sehr sicheres System geschaffen. Und diese Kosten sind dazu noch vorsteuerabzugsfähig.
An den fehlenden Sicherheitsnormen für deutsche Produktionen können wir hier im Forum nichts ändern. Wir können aber zumindest im Forum für Kondom-freie Events bestimmte Standards vorgeben. Mein Vorschlag ist daher das Posting solcher Events an Laboruntersuchungen für Teilnehmer im Umfang der AIM-Liste (inkl. HPV-Test) zu binden und Jens könnte dann der Lordsiegelbewahrer dieser Standards werden.

Peter
RE: Gesundheit, Sicherheit und Standards
in Forum und Website 05.10.2008 20:30von Carlo Minaldi •

Darsteller | 61 Beiträge
RE: Gesundheit, Sicherheit und Standards
in Forum und Website 05.10.2008 23:53von paleander •

Elite Member | 195 Beiträge
@ Carlo Minaldi,
wenn man hier für die Teilnahme an Kondom-freien Gangbangs einen AIM-Test verlangt, und an den im Forum geposteten Events nehmen ja in der Mehrzahl Nicht-Darsteller teil, könnte man zumindest dieses Einfallstor für mögliche Klein-Epidemien in die Darsteller-Community schließen. Und dann könnte es Signalwirkung haben, wenn unser kleines Forum höhere Sicherheitsstandards hat, als die großen deutschen Labels. Nach der Chaostheorie entstehen Stürme durch den Flügelschlag eines Schmetterlings.
Peter
RE: Gesundheit, Sicherheit und Standards
in Forum und Website 06.10.2008 16:36von paleander •

Elite Member | 195 Beiträge
@ Carlo Minaldi,
sorry, dass ich auf den zweiten Teil Deines Beitrags gestern nicht eingegangen bin, aber erst vor kurzem wurde mir beim Lesen von Forumsbeiträgen klar, dass die Sicherheitsnormen bei den Erotikproduktionen in Deutschland mangelhaft sind. Und erst durch Dein Posting ist mir klargeworden, dass es große Unterschiede bei den Gagen zwischen deutschen und amerikanischen Produktionen gibt. Mit meinem zarten Hinweis auf den Vorsteuerabzug hatte ich allerdings angedeutet, dass die Kosten für die laborärztliche Untersuchung von den Produzenten zu übernehmen wären. Das habe ich getan, weil meine Sympathie den Darstellern gilt (na ja, ich will ehrlich sein – zunächst mal den Darstellerinnen). Aber ich bin ja nicht blöde. Bei meinen Recherchen hatte ich natürlich gelesen, dass die amerikanischen Produktionen ihren Darstellern die Kosten für die AIM-Tests aufdrücken. Das finde ich zwar Scheiße, aber das wird in den USA wohl nicht so leicht zu ändern sein.
Ich nehme mal an, dass sich die Gagen an den Umsätzen der Produktionen orientieren. Die größeren Umsätze amerikanischer Labels gehen wohl auf den wesentlich größeren US-Absatzmarkt zurück, und dann wird wahrscheinlich auch in andere englischsprachige Länder (England, Kanada, Australien, Neuseeland, etc.) exportiert. Eine deutsche Produktion hat halt nur noch in Österreich oder in der Schweiz größere Marktchancen.
Grübel, Grübel…
Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien und glaube auch nicht, dass die Produzenten deutscher Labels böse Menschen sind, denen es egal ist, ob sich ihre Darsteller am Set möglicherweise tödliche Infektionen zuziehen. Mir ist klar, dass ein Produzent unter hohem wirtschaftlichem Druck steht und sich im harten Wettbewerb mit den anderen deutschen Labels befindet. Die zusätzlichen Kosten für gesetzlich nicht vorgeschriebene Tests kann sich einfach keiner leisten.
Surf, Surf…
Ich habe mir daher mal die aktuelle Rechtslage angesehen. Es ist ja nicht so, wie ich zunächst naiv angenommen habe, dass die Mitarbeiter deutscher Erotiklabels keinen gesetzlichen Anspruch auf ärztliche Untersuchung hätten. Nach §6 Abs. 1 der BildscharbV (Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten) haben z.B. die am Schnitt tätigen Mitarbeiter und die Sekretärinnen einen Anspruch auf augenärztliche Untersuchung, denn „der Arbeitgeber hat den Beschäftigten vor Aufnahme ihrer Tätigkeit an Bildschirmgeräten, anschließend in regelmäßigen Zeitabständen sowie bei Auftreten von Sehbeschwerden, die auf die Arbeit am Bildschirmgerät zurückgeführt werden können, eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens durch eine fachkundige Person anzubieten“. Auf die Einhaltung dieser Rechtsvorschrift werden z.B. alle Mitglieder im Unternehmerverband Erotik Gewerbe e.V. sehr deutlich hingewiesen (http://ihr.partner.uegd.de/index.php?opt...d=57&Itemid=127).
Für die Darsteller am Set, die sich in der Produktion weit größeren gesundheitlichen Gefahren aussetzen, gibt es keine entsprechende Verordnung. Das ist eine absurde Rechtslage und eigentlich verfassungswidrig, denn Leben und Gesundheit des Einzelnen sind in Art. 2 Abs. 2 Grundgesetz geschützt. Diesen Rechtsanspruch haben unlängst die Nichtraucherverbände genutzt, um unsere Kneipenwirte zu quälen. Bis Anfang 2002 waren Verträge über sexuelle Dienstleistungen sittenwidrig. Das mag ein Hemmschuh für gesetzliche Regelungen zum Schutz von Erotikdarstellern gewesen sein, als Mitte der 80er das Thema Sicherheit mit der aufkeimenden AIDS-Erkrankung in der öffentlichen Diskussion war.
Die gesundheitliche Bedrohung ist seitdem nicht geringer geworden. Wie wäre es z.B. mit einer EroarbV (Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Erotikproduktionen), die monatliche Untersuchungen von Darstellern auf Kosten der Produzenten verbindlich vorschreibt? Dann könnte es sich kein deutscher Produzent mehr leisten, die Darsteller nicht ausreichend testen zu lassen. Auch das Ausweichen auf andere Länder als Drehort lässt sich leicht unterbinden, indem der Verkauf von Porno-DVDs in Deutschland an den Nachweis entsprechender Teste gebunden wird. Und wenn in Deutschland eine ernsthafte Diskussion über den Schutz von Erotikdarstellern geführt wird, werden es sich die Eurokraten in Brüssel sicherlich nicht nehmen lassen, über kurz oder lang eine EU-Verordnung hinterherzuschieben.
Vielleicht ist die jetzt anstehende Venus in Berlin ein geeigneter Platz, um das Thema Sicherheit anzusprechen. Möglicherweise sind auf den Galaveranstaltungen auch Politiker zu finden, die gerade auf der Suche nach neuen Themen sind, mit denen sie sich in ihren Fraktionen profilieren können. Und dann könnte man auch den Schulterschluss mit der Gay-Community suchen, die in Berlin großen politischen Einfluss hat.
Ähm, ähem, eine ganz kleine Bitte hätte ich dann noch. Mit der Umsetzung einer neuen EU-Verordnung sollten doch die Mitarbeiter von europäischen Behörden beschäftigt werden, die sich bisher bei Erotikmessen darum gekümmert haben, wie viel Unterwäsche (oder auch nicht) gezeigt werden darf. Dann hätten wir Messefreunde auch was davon.
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