Guten Morgen Forum!
W o i s t A l f ? Eine sehr wichtige Frage, wie ich gestern Abend feststellen musste. Für mich ist es die erste Innsbrucker Sex City ohne den bewährten Moderator aus Wien. Die Dame, die diesen Part übernommen hat, ist eine einzige Katastrophe, wie sich Dirty Harry treffend ausdrückte. Vermutlich werden meine üblichen Kritiker hier im Forum den Kopf schütteln und bemerken, ein Moderator interessiert doch nicht. Aber ich denke, jeder, der gestern dabei war im Innsbrucker „Hafen“, muss zur selben Ansicht gelangen wie ich. Die Künstler selbst merkten, dass das Schrott ist und so wurde die Moderation teilweise von Marcello oder Ona von „Double Trouble“ übernommen, die das ganz gut hinbekommen haben. Aber eigentlich kann das nicht Aufgabe der Künstler sein.
Gut, damit zur Messe. Die Räumlichkeiten des „Hafen“ wurden in den Vorjahren genügend beschrieben. Das spare ich mir. Obwohl es ein Donnerstag war, strömten die Besucher zu den Hauptzeiten in erstaunlichen Mengen in die Hallen. Wenn das so weitergeht, dürften die Veranstalter sehr zufrieden sein.
Wie jedes Jahr steht die Messe unter einem Motto, diesmal ist es „Dirty Amerika“. In früheren Jahren kam dazu dann Alf schon immer in passenden Verkleidungen auf die Bühne und erzählte ein paar lustige Dinge rund um das Thema. Diesmal ging es mit unendlichen, nervösen Aufforderungen der Moderatorin zum Klatschen und der Namensnennung der Künstlerin einfach los. Apropos Klatschen. Manchmal finde ich das vielfache Beifallfordern auf Messen überzogen. Aber das Innsbrucker Publikum hat sich da gestern auch von seiner schlechtesten Seite gezeigt und ohne Aufforderung kam meist überhaupt nichts. Anfangs fahndeten die Künstler sogar vergeblich nach Besuchern, die auf die Bühne kommen sollten.
Erste Künstlerin war dann Timmy Sweet. Ja, die Timmy Sweet von E&A. Wie man hörte, hatte Regina Moon ganz kurzfristig abgesagt und so kam Timmy zu ihren ersten Auftritten auf einer Hauptbühne. Nach einem Menstrip von Collin war Hally Thomas an der Reihe. Sie hatte sich wirklich große Mühe gegeben und eine tolle Show passend zum Messemotto kreiert: „Fettsucht und Fitnesswahn in den USA“. Das in einer Show gleichzeitig umzusetzen, ist bestimmt nicht einfach. Aber es ist ihr bestens gelungen. Das zierliche Persönchen kam unförmig dick gepolstert mit Chips-Tüte auf die Bühne, um schließlich mittels Aerobic und Hanteln zu einer grazilen schlanken Frau zu mutieren. Leider gab es keinerlei Ansage und Hinweis auf diese beste Mottoumsetzung des ganzen Abends!
Die stündlichen Showblocks bestanden je nach Länge aus zwei oder drei Auftritten, um ein Uhr nachts gab es dann sogar einen Vierershowblock. Schwierig wird es jetzt mit weiteren Namensnennungen. Anfangs hing klein mit PC-Schrift ein Showplan neben dem Eingang. Der war aber bald verschwunden bevor ich ihn fotografieren konnte und so hab ich mir die neuen Namen nicht gemerkt. Ein altbewährter war aber noch dabei: Die liebe Dana – unvergessenes ÖKM-Girl und Hauptbühnenstar bei E&A. Da ich sie ja gut kenne, war es einfach schön, sie mal wieder zu treffen. Sie bezauberte durch ihre bekannt ästhetischen und/oder lustigen Kostümshows und stand an dem Abend dreimal auf der Bühne. Besonders der Auftritt als Eisprinzessin war hinreißend. Bei den anderen Hauptbühnenshows ging es dafür teilweise durchaus härter zur Sache – auch mit Dildo und anderen Spielsachen.
Ja und dann gab es nach einem Jahr Pause wieder Auftritte von „Double Trouble“. Die Showtruppe um Dominique und Ona aus dem Club „Insomnia“ (sollte man unbedingt mal besuchen bei einem Berlin-Aufenthalt) ist ja bekannt für ihre knallharten Auftritte. Das war auch diesmal nicht anders. Da wurde mit Baseballschlägern, feuerspeienden Presslufthammern usw. gearbeitet. Auch das Thema „Telefonleitung im Arsch (des Mannes)“ wurde wieder gezeigt.
Die Hauptbühne war wie immer sehr schön gestaltet mit Graffiti-Malereien im Hintergrund (z.B. ein Freiheitsstatuenkopf mit Penis in der Hand). Links und rechts jeweils ein verdreckter Oldtimer und Ölfässer, aus denen gelegentlich Nebel kam (immer wohl dosiert und nie zum Ärger für Fotografen). Die ganze Deko im Stil einer alten, amerikanischen Autowerkstatt, passend zum Motto der Messe. Dadurch wurde die Bühne natürlich sehr eng, womit manche Künstler auch leichte Probleme hatten. Dafür gab es heuer einen Steg in der Mitte, der ca. 3 m ins Publikum führte.
Jeweils zur Dreiviertelstunde gab es Auftritte auf der kleineren Bühne in der Vorhalle. Ich hab dort eine Asiatin namens Kim gesehen. Auch eine Show von „Double Trouble fand hier statt. Fehlend in diesem Raum Ingos Showkabine, dessen Girls dort seit Jahren für zusätzliche Action sorgten. In der Säulenhalle gibt es Tabledance vom Nightclub „Kratzbaum“. Da es dort Sitzgelegenheiten gibt, ist das zur Entspannung zwischendurch ganz ok. Während die meisten Girls mehr oder weniger gelangweilt tanzten und ja heutzutage üblicherweise der Slip anbleibt, ist mir eines der Mädel aufgefallen. Eine große, rothaarige, keine besondere Schönheit, aber mit dem interessanten Etwas. Sie kam völlig nackt auf die Bühne mit einem Köfferchen und nach kurzer Tanzeinlage ist sie runter ins Publikum, hat aus dem Köfferchen einen Slip geholt und ein Mann musste, besser: durfte ihn ihr anziehen. Danach ging sie zu weiteren Männern und reichte ihnen Strümpfe, Rock usw. bis sie voll bekleidet ihren Auftritt beendete.
Zusammenfassend hat es sich durchaus rentiert, diese Messe zu besuchen. Allein schon, um Dana mal wieder zu sehen und Ona natürlich auch. Die Shows waren durchwegs gut gemacht - es gab auch Feuershows von Marcello und Cynthia (?), sowie noch eine neue Reifenshow von Hally Thomas) – und die Darsteller überzeugten mit Offenheit zu ihrem jeweiligen Showende. Ich bin aber froh, dass ich Donnerstag vor Ort war. Vermutlich wird der Bescherandrang in den Folgetagen mal wieder zum Chaos führen.
Servus
Werner
Die Bilder zeigen die Bühne, eine dicke Amerikanerin, einen Berliner Cocktail und eine Eisprinzessin im Flockenwirbel