#1

Totblitzen vs Stimmungslicht

in Fotografie 13.11.2011 02:32
von flameNco
Member | 23 Beiträge

Halli hallo zusammen!
Als ambitionierter Fotograph, der zwar hauptberuflich noch Student ist, sich aber den ein oder anderen € mit Photos dazu verdient, möchte ich euch an meiner neuesten Entdeckung teilhaben lassen.
Bisher gab es für mich zwei Optionen Bilder zu schiesen. Mit und ohne Blitz (Ganz vereinfacht). Mich hat immer gestört, dass viel von der Stimmung verloren geht durch den Blitz oder das das Bild nicht die Brilanz hatte, die ich wollte durch hohe Iso Werte.

Da ich nicht auf Festbrennweiten auf Messen stehe (habe 35, 50 und 105mm; 2,8) musste ich eine Möglichkeit finden mit meinen Zooms auf ein befriedigendes Ergebniss zu kommen. Bei der E&A entscheide ich mich immer wieder aufs neue für mein Nikon 18-55 3,5-5,6 DX. Eigentlich das billigste aus der Nikon Serie, allerdings bietet es mir genug flexibilität und ausreichend Zoom für diese Messe. Mein 18-105 und 55-200 können somit zu Hause bleiben. Abgesehen von den vorteilhaften Eigenschaften macht dieses Objektiv wahnsinnig gute Bilder. Ok. Der AF ist nicht ganz so schnell und die Frontlinse dreht mit. Stört mich nicht, denn Polfilter brauch ich auf ner Messe nicht.
Worauf ich hinaus will: Mein Nikon SB (Systemblitz) 600 macht so viel Licht, dass er mir durch mehr oder weniger einen Bedienungsfehler neue Möglichkeiten eröffnet hat.
Die neuesten Bilder sind auch im "Messe Offenburg" Ordner zu finden.
Was nun neu ist, um den heißen Brei hab ich lange genug herum geredet.
Hab ihr schon mal die "Rear" Funktion eures Blitzes ausprobiert? D.h. der Blitz schiest am Ende der Belichtungszeit und nicht am Anfang. War mir immer klar, doch die Idee kam nie auf. Ich habe auf der Messe mit Zeiten von 1/25sek freihand Bilder geschossen, die dadurch (für mich) unglaubliche Eindrücke hinterlassen....
Ich habe durch die lange Belichtungszeit das Umgebungslicht eingefangen und durch den Blitz am Ende die Bewegungsunschärfe in einem scharfen Endbild enden lassen. Top!

Vielleicht mag das ja auch mal einer von euch testen ;-)

nach oben springen

#2

RE: Totblitzen vs Stimmungslicht

in Fotografie 16.11.2011 11:25
von EOS
Senior Member | 60 Beiträge

Ist jedenfalls mal ein ganz interessanter Ansatz um bei bestimmten Shows, die besonders von ihrer Lichtstimmung leben, den Bildern ein anderes Gesicht zu verpassen. Andererseits ist es vielleicht für den ein oder anderen mal ein Ansporn über Veränderungen und Experimente bei den eingefahrenen Fotografiergewohnheiten nachzudenken. Früher nannte man den von Dir beschriebene Vorgang übrigens "Blitz auf den 2. Verschlussvorhang".
http://de.wikipedia.org/wiki/Blitzmethoden
http://www.traumflieger.de/desktop/blitz...eport_teil1.php
http://elmar-baumann.de/fotografie/techt...tzlicht-11.html
http://der.ftgrf.net/2009/11/07/blitzen-...ussvorhang.html

Da beim Blitzen auf den zweiten Vorhang allerdings von Belichtungszeiten von 1/25sec und länger ausgegangen wird, muß bei schnelleren Bewegungen mit erheblichen Wischeffekten gerechnet werden, insbesondere bei schnellen Hand- und Kopfbewegungen, die bereits bei 1/60sec häufig und deutlich erkennbar sind.

Ich weiß nicht ob das Kit-Objektiv bei Nikon besser als das von Canon ist. Letzteres kann ich jedenfalls nicht empfehlen abgesehen mal davon, daß mir die Brennweite von umgerecht etwa 28 bis 90mm bei weitem nicht ausreicht. Ich arbeite derzeit hauptsächlich mit einem Sigma 18-125mm OS HSM, sozusagen ein Kompromiss zwischen Suppen-Zoom und Weitwinkel, das eine akzeptable Abbildungsleistung bietet, dank HSM und Bildstabilisator auch schnell und nahezu narrensicher funktioniert, allerdings bereits zweimal auf Garantie am Bildstabilisator repariert werden mußte...

Wenn der Blitz zu hell erscheint, gibt es über dies noch die Möglichkeit, diesen herumnterzudrehen!

nach oben springen

#3

RE: Totblitzen vs Stimmungslicht

in Fotografie 16.11.2011 13:39
von flameNco
Member | 23 Beiträge

"Blitz auf den zweiten Verschluss" habe ich auch schon Mal gehört :-)
Muss dir recht geben, hatte selbst auch schon das Vergnügen mit einer Canon. Das 18-55 Kitobjektiv ist schrott.Also wirklich schrott. Recht günstig bekommt man das 28-135 von Canon, das taugt mehr und ist qualitativ Top! (aus zweiter Hand <300€).
Bei Nikon haben die Hersteller mit dem KIT einen absoluten Hammer gelandet, so meine Meinung. Es hat eine wahnsinnig gute Haptik und auch ist die Verarbeitung eine ganz andere. Wie gesagt, es hat Schwächen. Der AF ist recht langsam und das kann schon ein wenig stören. Ansonsten ein Klasse Teil in Punkto Abbildungsleistung. Es ist immer scharf und die Verzeichnung ist relativ gering im bspw Vergleich zum fünfmal so teuren Canon 15-85 (Bei 18mm!).
Aber genug davon.

Für, ich nenne es mal Effektfotographie, mit dem Blitz auf den zweiten Verschluss kann ich nun auch noch ein paar Tipps geben. EOS hat ganz recht bemerkt, dass man bei zu langen Belichtungszeiten ein "ziehen" des Bildes erreicht. Genau das kann aber auch gewollt sein! Mir kam gerade die idee und ich werde es nächstes Mal ausprobieren. Ich stelle mir einen sich bewegenden rot/blau beleuchteten Körper vor, der durch die Bewegung eine leuchtende Fläche um das Bild erschafft. Sozusagen eine Aura. Könnte interessant werden.
Auf der anderen Seite ist die Synchronisation natürlich auch mit kürzeren Zeiten möglich. Auch bei 1/60sek kann man auf die 2. Synchronisieren. Der Effekt wird dann allerdings nicht so deutlich und eure Akkus werden auch mehr zu arbeiten haben.

Essentiell für diese Art der Fotografie ist es, mit seiner Kamera im "M" (Manuell) Modus zu arbeiten. Ich empfehle bei Zooms eine Blende von 5,6 und bei festbrennweiten eine Offenblende. Die 5,6 nur, damit sich für die Kamera die Lichtverhältnisse nicht mehr ändern und man nicht nur noch am umstellen ist. 5,6 ist idR die größte Blende über den gesammten Brennweitenbereich. Wer mit Offenblende arbeitet sollte einen Diffusor zur Hand haben. Ich selbst lasse den Blitz via TTL arbeiten, den auch noch manuell einzustellen ist ein Unding bei der häufig sehr schnellen Bewegung auf der Bühne. Es passiert ab und an, dass der Blitz etwas überbelichtet bei dieser Art des Fotografierens. Das warum habe ich noch nicht herausgefunden. Ein Diffusor hilft fürs erste.
Was das Thema "verschwimmen des Bildes" betrifft. Gerade bei einer Erotikmesse ist das für mich nebensächlich. in 98% der Fälle ist es absehbar wohin das Model geht und wo es posiert. Somit folge ich nicht dem Model mit der Kamera, sondern warte dort wo sie hin will aus sie. Dadurch kann man mit ruhiger Hand auch so gute Ergebnisse erzielen. Des weiteren ist es für mich essenziel meine Kamera zu kennen. So passiert es ständig, dass ich neben der Kamera versuche mit meinen Augen das Bild zu sehen oder mir den Blickkontakt der Frau suche um dann nur noch auf den Auslöser drücken zu müssen.

Wie auch EOS schon bemerkte ist das ja vlt für den ein oder anderen einen Ansporn mal was neues zu probieren.
Gerade in der Fotografie lernt man nie aus und sollte auch ab und zu riskieren ein Bild zu verschiessen.
Als ich anfing wurde mir gesagt "Versuche nicht Bilder zu schiesen, versuche zu fotografieren!" zumindest war das der Sinn davon, den genauen Wortlaut hab ich nicht mehr im Kopf. Es hat aber geholfen ;-)
Vlt lässt sich ja einer herab und dreht an seiner Kamera das nächste mal auch ein stückchen weiter... Von Auto nach P nach S nach A und iwann nach M
Viele Grüße! Ich hoffe wir haben geholfen und ihr hattet Spaß beim lesen!

nach oben springen

#4

RE: Totblitzen vs Stimmungslicht

in Fotografie 18.11.2011 07:32
von Norbert
Profi Member | 301 Beiträge

Blitzen auf den zwieten Vorhang werde ich wohl demnächst auch mal probieren. Was das einfangen der Lichtstimmung betrifft, so mache ich das ähnlich wie flameNco: größtmögliche Blendenöffnung, möglichst lange Belichtugnszeit (z. B. 1/60 sec) und so hohe ISO-Einstellung, dass die bilder noch nicht zusehr rauschen, bei meiner D90 z.B. ISO 1.000. Den Blitz dann auf TTL-Automatik und los gehts. Klappt im allgemeinen sehr gut, bei extremen Helligkeitsunterschieden wird der vordergrund mitunter zu hell, naja dann halt Pech gehabt.

Gruß Norbert.

nach oben springen

#5

RE: Totblitzen vs Stimmungslicht

in Fotografie 18.11.2011 18:31
von teddy
Profi Member | 408 Beiträge

Zitat von flameNco
Halli hallo zusammen!
Als ambitionierter Fotograph, der zwar hauptberuflich noch Student ist, sich aber den ein oder anderen € mit Photos dazu verdient, möchte ich euch an meiner neuesten Entdeckung teilhaben lassen.
Bisher gab es für mich zwei Optionen Bilder zu schiesen. Mit und ohne Blitz (Ganz vereinfacht). Mich hat immer gestört, dass viel von der Stimmung verloren geht durch den Blitz oder das das Bild nicht die Brilanz hatte, die ich wollte durch hohe Iso Werte.

Da ich nicht auf Festbrennweiten auf Messen stehe (habe 35, 50 und 105mm; 2,8) musste ich eine Möglichkeit finden mit meinen Zooms auf ein befriedigendes Ergebniss zu kommen. Bei der E&A entscheide ich mich immer wieder aufs neue für mein Nikon 18-55 3,5-5,6 DX. Eigentlich das billigste aus der Nikon Serie, allerdings bietet es mir genug flexibilität und ausreichend Zoom für diese Messe. Mein 18-105 und 55-200 können somit zu Hause bleiben. Abgesehen von den vorteilhaften Eigenschaften macht dieses Objektiv wahnsinnig gute Bilder. Ok. Der AF ist nicht ganz so schnell und die Frontlinse dreht mit. Stört mich nicht, denn Polfilter brauch ich auf ner Messe nicht.
Worauf ich hinaus will: Mein Nikon SB (Systemblitz) 600 macht so viel Licht, dass er mir durch mehr oder weniger einen Bedienungsfehler neue Möglichkeiten eröffnet hat.
Die neuesten Bilder sind auch im "Messe Offenburg" Ordner zu finden.
Was nun neu ist, um den heißen Brei hab ich lange genug herum geredet.
Hab ihr schon mal die "Rear" Funktion eures Blitzes ausprobiert? D.h. der Blitz schiest am Ende der Belichtungszeit und nicht am Anfang. War mir immer klar, doch die Idee kam nie auf. Ich habe auf der Messe mit Zeiten von 1/25sek freihand Bilder geschossen, die dadurch (für mich) unglaubliche Eindrücke hinterlassen....
Ich habe durch die lange Belichtungszeit das Umgebungslicht eingefangen und durch den Blitz am Ende die Bewegungsunschärfe in einem scharfen Endbild enden lassen. Top!

Vielleicht mag das ja auch mal einer von euch testen ;-)



Der 2.Verschlussvorhang hat den Vorteil dass die Spuren der Bewehung natürlicher aussehen aber den Nachteil dass der Blitz irgendwann am Ende kommt.
Wenn du mit dem 1.Verswhclussvorhang Blitzt hast du die Kontrolle darüber wann du blitzt (Pose, Gesichtsausdruck) aber dafür sehen die Bewegungsspuren nicht so natürlich aus. Ist von Fall zu Fall das Eine oder das Andere besser.

Das Bild ist mit dem 1. Verschlussvorhang gemacht:
g4p73-IMG.html

Und bei dem hat mir noch zusätzlich wer reingeblitzt! :-)
g4p89-IMG.html

Teddy

zuletzt bearbeitet 18.11.2011 18:39 | nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 14 Gäste sind Online:

Besucher heute:
Besucher gestern:
Besucher gesamt:

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: ezekiel16k
Forum Statistiken
Das Forum hat 2882 Themen und 29032 Beiträge.

Heute waren 10 Mitglieder Online:
Dirty Harry, Dragon363, giorgioud59, Karlheinz, Marcel, Missunde, superkiwi, UKE, Vanillaice, Zislaw47

Besucherrekord: 111 Benutzer gleichzeitig (23.11.2010 22:23).

Mitglieder | Wer ist Online? | FAQ & Impressum
Dieses Forum ist Bestandteil von EROTIKMESSEN-ONLINE. Dort findest Du alle weiteren Informationen zu den Erotikmessen.
Copyright © 2003-2011, EROTIKMESSEN-ONLINE. All rights reserved.